Hochwasserschutz und Hochwasservorsorge – die Aufgaben des Wasserverbands Sulm

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Hochwasser ist Teil des natürlichen Wasserkreislaufes. Als Folge von Starkniederschlägen laufen große Wassermassen in kurzer Zeit in Bach- und Flusstälern zusammen. Dabei bestimmen Wetterlagen und Flussgebiet das Ausmaß des Naturereignisses Hochwasser, für das an größeren Flüssen in der Regel langanhaltende Niederschläge, oft verbunden mit Schneeschmelze, verantwortlich sind. An kleineren Flüssen und Bächen entstehen Hochwasser meist durch örtliche Gewitter oder sintflutartige Starkregen. Je kleiner das Einzugsgebiet ist umso mehr wirkt sich die Flächenversiegelung aus. Die meisten Überschwemmungen sind jedoch auf gesättigten oder gefrorenen Boden zurückzuführen.

Im Land Baden-Württemberg steht die Hochwasserschutzstrategie auf drei Säulen: Hochwasservorsorge, Hochwasser-Flächenmanagement und dem technischen Hochwasserschutz. Zum Hochwasser-Flächenmanagement gehören der Erhalt und die Wiederherstellung von Retentionsräumen und versickerungsfähigen Böden. Bau-, Verhaltens- und Risikovorsorge zählen zu den Hochwasservorsorgen. Der Wasserverband Sulm ist Teil des Technischen Hochwasserschutzes. Hierzu zählt man die Schaffung der Infrastruktur mit Anlagen wie Hochwasserrückhaltebecken, Dämmen oder Gewässerausbaumaßnahmen.

Die ersten überlieferten Überlegungen für eine Hochwasserfreimachung im Sulmtal wurden bereits 1940 gemacht. Durch die katastrophalen Überschwemmungen im Februar und Mai 1970 beschloss die damalige Landesregierung am 26. Mai 1970: „Das Sulmtal muss hochwasserfrei werden“. Hintergrund waren die Abwanderungsgedanken der Audi-Werke in Neckarsulm. Eine Schließung dieses Standortes hätte die Region nachhaltig geschädigt. Nach langen Verhandlungen wurde am 13. Juli 1973 der Wasserverband Sulm gegründet. Mitglieder sind die Kommunen Bad Friedrichshall, Bretzfeld, Eberstadt, Ellhofen, Erlenbach, Heilbronn, Lehrensteinsfeld, Löwenstein, Neckarsulm, Obersulm, Oedheim und Weinsberg sowie der Landkreis Heilbronn und das Land Baden-Württemberg mit unterschiedlichen Anteilen. Gemäß seiner Satzung hat der Verband die Aufgabe, den Wasserabfluß der Sulm und ihrer Nebenflüsse durch Hochwasserrückhaltung und Niedrigwasseranreicherung zu regeln bzw. sonstige geeignete Maßnahmen zum Hochwasserschutz zu ergreifen (§3 (1) Verbandssatzung).

Mittlerweile sind 15 der in einem hydrologischen Gutachten festgelegten 17 Becken fertiggestellt. Der Bau der beiden letzten Hochwasserrückhaltebecken erfolgt im Jahr 2020. Der Wasserverband Sulm mit Sitz und Geschäftsführung im Rathaus der Stadt Weinsberg beschäftigt einen Betriebsleiter und fünf hauptamtliche Stauwärter. Deren Aufgabe ist die Instandhaltung der Stauanlagen. Durch regelmäßige Funktionskontrollen, Wartung und Pflege der technischen Einrichtungen werden die Anlagen jederzeit funktionsfähig gehalten. Bei Hochwasser werden die Steuerungen und Pegeleinrichtungen der Hochwasserrückhaltebecken zu jeder Tages- und Nachtzeit überwacht.

In einem Einzugsgebiet von 116 km² müssen ca. 100 ha verbandseigene Fläche landschaftspflegerisch unterhalten werden. Beim Abfahren der Hochwasserrückhaltebecken und Pegelanlagen ist eine Strecke von ca. 120 km zurückzulegen. Zu den Unterhaltungsarbeiten gehören Gehölz- und Grünflächenpflege, Ufersicherung und Wegeunterhaltung.


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