Quaggamuschel
FAQ und Maßnahmen gegen die Ausbreitung der invasiven Quaggamuschel
Die Quaggamuschel breitet sich zunehmend in heimischen Gewässern aus und stellt auch für die Region rund um den Breitenauer See eine wachsende Herausforderung dar. Es gilt nun Schutzmaßnahmen zu ergreifen, um die weitere Verbreitung in unseren Gewässern frühzeitig zu erkennen und einzudämmen oder im besten Fall zu verhindern.
Die ursprünglich aus dem Schwarzmeerraum stammende invasive Art wurde bereits im Neckar bis Stuttgart nachgewiesen. Die winzigen Larven bleiben häufig lange unbemerkt und begünstigen die schnelle Ausbreitung.
Aufgrund ihrer rasanten Vermehrung entzieht sie dem Wasser wichtige Nährstoffe, gefährdet heimische Arten sowie das ökologische Gleichgewicht und kann die Funktion von technischen Anlagen wie Entnahmeeinrichtungen und Rohren erheblich beeinträchtigen.
Die Verbreitung erfolgt vor allem über Boote und Wassersportausrüstung, in denen sich unsichtbare Larven in Restwasser halten können. Um den Breitenauer See zu schützen, gilt daher: Ausrüstung vor jedem Gewässerwechsel gründlich reinigen und vollständig trocknen.
Alle Wassersportler sind aufgerufen, diese Maßnahmen konsequent umzusetzen und so eine weitere Ausbreitung der Quaggamuschel zu verhindern.
Reinigungsprinzip Freizeitequipment
Wassersportgeräte
SUP‘s, Luftmatratzen, Kajaks, Kanus, Schlauchboote, Bellyboats, usw.
1. Abspülen Schmutzreste entfernen (besonders an Rändern, in Hohlräumen und im Innenraum), Hohlräume entleeren
2. Abtrocknen Durchtrocknen lassen, bevor das Equipment in einem anderen Gewässer eingesetzt wird
SCHWIMMKLEIDUNG & NEOPRENANZÜGE
1. Auswaschen falls möglich mit heißem Wasser (40-60°C, abhängig vom Material)
2. Komplett durchtrocknen lassen – auch Innen. Auf jeden Fall vor Einsatz in einem anderen Gewässer.
3. Keine Lagerung in feuchtem Zustand (z.B. in einem Fahrzeug)
TAUCHAUSRÜSTUNG
BCD, Regler, Flossen, Maske, usw.
1. Reinigen mit warmem Leitungswasser. Hohlräume die mit Wasser in Kontakt kommen auch innen durchspülen (z.B. Inflatorschlauch und -mechanismus am Jacket, Schnorchel, etc)
2. Komplett durchtrocknen lassen inkl. der Hohlräume. Auf jeden Fall vor Einsatz in einem anderen Gewässer.
ANGELAUSRÜSTUNG
1. Abspülen Schmutzreste entfernen und Gefäße vollständig entleeren
2. Komplett durchtrocknen lassen – auch Innen. Auf jeden Fall vor Einsatz in einem anderen Gewässer.
3. Kein Transport lebender Köderfische zwischen Gewässern
Reinigungsregeln für Boote
A
USLEEREN
Restwasser, Bilgenwasser, Schwertkasten (falls vorhanden)
H
EISS REINIGEN
inklusive des Trailers
O
PTIONAL DESINFIZIEREN
der Zwischenräume mit 3%-igem H2O2 (Wasserstoffperoxid), Einwirkzeit 60 Min. (vorher Materialverträglichkeit prüfen!)
I
NTENSIV TROCKNEN
mind. 5 Tage
FAQ
Die Quaggamuschel ist eine invasive Muschelart aus dem Schwarzmeerraum, die sich seit einigen Jahren stark in Mitteleuropa ausbreitet. Im Neckar konnte die Quaggamuschel bereits hinauf bis Stuttgart nachgewiesen werden. Die Muschellarven und befruchteten Eier der Quaggamuschel sind so klein, dass sie mit bloßem Auge nicht erkennbar sind.
Sie vermehrt sich sehr schnell und filtert große Mengen Plankton aus dem Wasser. Dadurch fehlt heimischen Fischen und Kleintieren Nahrung, und technische Anlagen wie Rohre, Pumpen oder Filter können zugesetzt werden. Um Betriebsstörungen zu vermeiden müssen technische Anlagen regelmäßig durch Taucher von der Quaggamuschel befreit werden.
Muschellarven können innerhalb von 6 bis 12 Monaten zu erwachsenen Tieren heranwachsen. Weibliche Tiere produzieren bis zu 1 Mio. Eier, männliche mehrere Milliarden Spermien pro Jahr.
Vor allem Boote sowie Freizeit- und Wassersportausrüstung wie SUPs, Angel- oder Tauchequipment können sie übertragen. Besonders kritisch sind Wasserreste in Hohlräumen, in denen Larven wochenlang überleben können.
Am Breitenauer See gelten folgende Vorsorgemaßnahmen:
Vor jedem Gewässerwechsel müssen Boote und Freizeitausrüstung vollständig gereinigt und getrocknet werden!
Die Reinigung von Booten erfolgt nach dem AHOI-Prinzip: ausleeren, heiß reinigen, optional desinfizieren und mindestens 5 Tage intensiv trocknen lassen. Wichtig ist, dass alle wasserführenden Teile und auch der Trailer sauber werden.
Wassersportgeräte, Neopren, Tauchzubehör und Angelzeug sollten vor dem nächsten Einsatz gereinigt und vollständig getrocknet werden. So lässt sich verhindern, dass die Quaggamuschel in neue Gewässer eingeschleppt wird.
Grundsätzlich könnten Vögel Larven oder Eier der Quaggamuschel über ihr Gefieder oder ihren Verdauungstrakt weitertragen. In der Realität spielen Wasservögel dabei aber kaum eine Rolle. Das zeigen wissenschaftliche Untersuchungen zur Ausbreitung der Art (z. B. Flämig et al., 2024).
Ja, es gibt Fressfeinde, aber sie halten die Ausbreitung bislang meist nicht ausreichend in Schach. Genannt werden vor allem fischfressende Arten wie karpfenartige Fische, etwa Rotaugen, die Muscheln knacken können. Wie stark einzelne Fressfeinde wirklich zur Regulierung beitragen, wird vielerorts noch untersucht.
Die Quaggamuschel profitiert von günstigen Bedingungen in vielen Seen und Talsperren. Sie kann sich sehr schnell vermehren, lebt auch in tieferen Wasserschichten und nutzt das reichliche Nahrungsangebot aus Plankton besonders effektiv. Dadurch ist sie vielen heimischen Arten überlegen und breitet sich rasch aus.
Am wichtigsten ist, die weitere Ausbreitung zu verhindern. Boote, Anhänger, Angelgeräte, Tauchausrüstung und andere Wassersportgeräte sollten vor jedem Gewässerwechsel gründlich gereinigt und vollständig getrocknet werden; auch Hohlräume und Restwasser sind dabei kritisch. In betroffenen Gewässern helfen außerdem Monitoring, Aufklärung und technische Schutzmaßnahmen an Wasserentnahmen und Anlagen.
Die Quaggamuschel kann sich unter günstigen Bedingungen sehr schnell vermehren. Wenn sie in großen Mengen auftritt, filtert sie fast das gesamte Plankton aus dem Wasser – also winzige pflanzliche und tierische Organismen, die die Grundlage vieler Nahrungsketten bilden. Dadurch fehlt heimischen Arten, insbesondere jungen Fischen, die wichtigste Nahrungsquelle. In der Folge nehmen auch die Bestände von Raubfischen und fischfressenden Vögeln ab. Insgesamt gerät das ökologische Gleichgewicht aus der Balance, die Artenvielfalt sinkt deutlich. Dabei ist eine hohe Artenvielfalt entscheidend, damit ein Ökosystem stabil bleibt und Veränderungen, etwa durch den Klimawandel, besser verkraften kann.
Eine invasive Art ist eine gebietsfremde Art, die sich in einem neuen Lebensraum stark ausbreitet und dort heimische Arten, Lebensräume oder Nutzungen beeinträchtigt. Bei der Quaggamuschel bedeutet das: Sie verdrängt andere Arten, verändert Ökosysteme und kann zusätzlich wirtschaftliche Schäden verursachen. Der Begriff beschreibt also nicht nur „nicht heimisch“, sondern vor allem „ausbreitungsstark und problematisch“. Am Breitenauer See gibt es weitere invasive Arten, z.B. den roten amerikanischen Sumpfkrebs.
Die Quaggamuschel eignet sich nicht für den menschlichen Verzehr, da sie zäh ist und zu wenig Fleisch hat.
Im Extremfall kann die Quaggamuschel den Querschnitt der Entnahmeeinrichtungen am Breitenauer See komplett zusetzen. Selbst eine Querschnittsreduzierung hätte erhebliche Auswirkungen auf die Wasserabgabe in die Sulm und würde die Schutzwirkung bei Hochwasser reduzieren. Sollte die Quaggamuschel im Breitenauer See nachgewiesen werden, werden häufigere Kontrollen und im Bedarfsfall aufwendige Reinigungen erforderlich. Durch die dichte Besiedlung an metallischen Bauteilen, wird zudem die Vermehrung von Mikroorganismen, die chemisch aggressive Milieus erzeugen, gefördert. Dies kann zu einer schnelleren Korrosion von Metallen und damit verbunden geringerer Lebensdauer der Bauteile und enormen Mehrkosten führen.
(Texte KI-generiert, auf Basis https://ruhrverband.de/flussgebiet/invasive-arten-und-schaedlinge/quaggamuschel und weiterer Quellen)
Helfen Sie mit, den Breitenauer See zu schützen!
Beachten Sie die Regeln und reinigen sowie trocknen Sie Ihre Boote und Wassersportgeräte gründlich. Schon kleine Maßnahmen machen einen großen Unterschied und verhindern die weitere Ausbreitung der Quaggamuschel.